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Die höchsten Berge Ungarns
erstrecken sich von der Donau bis zur Theiss. Die
600-900 Meter hohen Ketten der Gebirge Cserhát,
Mátra, Bükk und Zemplén
bergen einmalige Schätze der Natur- und
Kulturgeschichte. Die UNESCO hat die
Tropfsteine der Baradla-Höhle und das Dorfzentrum
von Hollókő als Teile des Weltkulturerbes
anerkannt, auch die Ipolytarnócer Fossilien
und das Biosphärenreservat der Bükker
Hochebene stehen unter dem Schutz der Weltorganisation.
Die Volkskunst dieser Region ist besonders bunt, so sind
die Stickereien der Paloczen oder die Trachten der Matyós
einzigartig. Viele Kranke finden in den Heilbädern
Bogács und Bükkszék
Linderung.
Nationalpark Aggtelek
Eine der grössten europäischen Tropfsteinhöhlen
ist die Aggteleker Baradla-Höhle,
welche nach Meinung der Wissenschaftler zu den
ausserordentlichsten geologischen und geographischen
Erscheinungen in der Welt zählt. Ihre Länge beträgt
17 Kilometer. Sie verfügt über einen unterirdischen
Bach, einen Felsensaal, Tropfsteine in erstaunlicher Grösse,
also eine traumhafte Märchenwelt. Touren verlaufen auf
ausgebauten und beleuchteten Betonwegen. Eine weitere
Sehenswürdigkeit ist der Karst von Aggtelek, seit 1979
internationales Biosphärenreservat, mit zahlreichen
Seltenheiten, einer üppigen Pflanzen- und Tierwelt. Die
Friedenshöhle (Béke-barlang) bietet Asthmatikern
Genesung.
Bélapátfalva
Die Abteikirche gehört zu den schönsten
Denkmälern der Romanik. Der Erlauer Bischof liess die
Kirche um 1250 erbauen. Die freigelegten Teile des
ehemaligen Klosters sind neben der Kirche zu
besichtigen.
Nationalpark Bükk
Typisch für das riesige Kalksteinmassiv
des Bükk-Gebirges ist die Hochebene
mit Felsen und Felsspitzen: Stall-Stein (Istállós-kő),
Kahl-Stein (Tar-kő), Wächter-Stein (Őr-kő),
Dreier Stein (Három-kő), Hoher Stein (Magos-kő),
Wirbel-Stein (Örvény-kő). Die Szeleta-, die Istállós-Steine
und die Suba-Loch-Höhle bergen
weltbekannte archäologische Funde aus der Urzeit.
Zu den schönsten Erholungsorten Ungarns zählt Lillafüred,
die Perle des Bükkgebirges. Der von Bergen umgebene Ort
am Ufer des Hámori-Sees, unweit der
Stadt Miskolc, ist untrennbar mit dem grossen
ungarischen Dichter Attila József, der hier
seine berühmte "Ode2 schrieb, und mit dem Naturwissenschaftler
Ottó Hermann verbunden, der die Höhlen der
Region entdeckte und erforschte und seinen Lebensabend
in Lillafüred verbrachte.
Für Naturbegeisterte bieten die Anna-Höhle
mit den Kalktuff-Formationen und die Tropfstein-Höhle
des Heiligen Stephan (Szent István-barlang)
ganz besondere Schätze.
Im zauberhaften Tal am Bach Szalajka stürzt
das Wasser über eine 17 Meter hohe Stufenreihe als
"Schleier - Wasserfall" (Fátyol-vízesés)
herab.
In Csipkéskút befindet sich das Gestüt
der weltberühmten Lipizzaner der Wiener „Spanischen
Hofreitschule". Das ehemalige Schloss
Pallavicini (Egri u. 16.) ist heute ein Hotel.
Diósgyor
Die Burg von Diósgyőr
war im Mittelalter das Verlobungsgeschenk der Königinnen
von Ungarn. Im Park befindet sich das Burgbad
mit Sauna und Schwimmbecken in den Felsenhöhlen.
Erlau (Eger)
ist eine der schönsten Barockstädte
des Landes, nach Budapest die älteste Kurstadt, tausendjähriger
Bischofssitz und heute Erzbistum.
Die Stadt lebt von "Bad, Wein und Liebe". Die
bekannten historischen Weingebiete in
Erlau und Umgebung bieten ausgezeichnete Rot- und
Weissweine, die in jahrhundertealten Weinkellern
gelagert werden.
Ungarns zweitgrösste Kirche ist die Basilika
(Eszterházy tér), sie besitzt Ungarns grösste
Orgel. Gegenüber der Basilika steht das spätbarocke
Lyzeum (Eszterházy tér 1.). Die Bibliothek
der Kirchenprovinz umfasst 130 000 Bände,
einschliesslich des ersten 1473 in Ungarn gedruckten
Buches. Der bestens gehütete Schatz der erzbischöflichen
Schatzkammer (Érseki Gyűjteményi
Központ Széchenyi u. 5.) ist der Krönungsmantel der
Habsburger Kaiserin Maria Theresia. Die Barock- und
Zopfstilgebäude und die im Rokokostil erbauten Paläste
prägen die Stadt.
Die mittelalterliche Erlauer Burg (Vár
1.) war die unbesiegte Wehrburg in der Türkenzeit. Der gotische
Bischofspalast aus dem 15. Jahrhundert wurde
wieder aufgebaut. Das Minarett (Knézich
u. 17.), das nördlichste alte türkische Bauwerk
Europas, überragt die Stadt.
Die Fussgängerzone der Stadt befindet sich in der Széchenyi-Strasse
mit stimmungsvollen Restaurants, Bierlokalen und
Konditoreien. Das "türkische Bad"
(Fürdő u. 1.)
ist ein Andenken an die Badekultur, die sich hier während
der türkischen Besatzungszeit (1526–1686) entwickelt
hat, das Wasser hilft auch bei rheumatischen Leiden.
Erlau ist die Heimat der feurigen Rotweine: Im "Tal
der schönen Frauen" (Szépasszony-völgy)
kann man das weltbekannte "Erlauer
Stierblut" in jahrhundertealten
Weinnkellern probieren.
Gyöngyös
In Gyöngyös sind die gotische
Franziskanerkirche, die Schatzkammer
der Kirche Sankt Bartholomäus und das Kloster
(Barátok Platz) sehenswert. Mit der Kleinbahn gelangt
man ins Mátra-Gebirge.
Hollókő
Als erstes Dorf der Welt wurde Hollókő
aufgrund der hervorragend erhaltenen mittelalterlichen
Strukturen in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes
aufgenommen. An Feiertagen und an sonstigen, für das
Dorf bedeutsamen Tagen wie z. B. an Ostern, ziehen die Mädchen
und Frauen ihre bunten und für Hollókő so
typischen Trachtenkleider an.
Ipolytarnóc
Versteinerte Urfichten, Hai-Zähne, Blätterabdrucke,
Spuren von Regentropfen und Wellen, über 1200 Spuren
von Tieren aus der Zeit vor mehr als 22 Millionen Jahren
- die Urfossilien von Ipolytarnóc und
das versteinerte 9-Meter-Stück einer 23 Millionen Jahre
alten Urfichte.
Mátra-Gebirge
Kékes heisst der 1014 Meter hohe
Gipfel des Matragebirges, das "Dach von
Ungarn". Hier liegt das Zentrum des
Wintersports. Die populärsten Kurorte sind zugleich die
beliebtesten Ziele des Dorftourismus: Mátrafüred,
Mátraháza, Mátraszentimre.
Mezőkövesd
Die Einwohner des Matyó-Landes ("Matyóföld")
sind wegen ihres beständigen, überzeugten katholischen
Glaubens und wegen ihrer farbenprächtigen, prunkvollen
Trachten bekannt. Das heilende Wasser des beliebten Zsóribades
(Napfürdő u. 2.) am Stadtrand hilft bei
rheumatischen Erkrankungen und gynäkologischen
Beschwerden.
Miskolc
ist die drittgrösste Stadt Ungarns mit einer reichen
Geschichte und Kultur. Die griechisch-orthodoxe
Kirche (Deák F. tér 7.) birgt die grösste
Ikonostase Mitteleuropas. Am Hang des Berges
Avas steht die reformierte Kirche, eine der schönsten
gotischen Hallenkirchen Ungarns. Prächtige
Barockbauten sind die Minoritenkirche
und das Kloster (Hősök tere), die
evangelische Kirche (Hunyadi u. 8.) und
die Mindszenty-Kirche (Mindszenty tér)
mit der steinernen Statue der "Jungfrau Maria mit
dem Häferl" aus dem Jahre 1739.
Miskolctapolca
Das Thermal- und Höhlenbad ist
einmalig in Europa. Das an Mineralien reiche Wasser und
die kristallklare Höhlenluft wirken heilend bei
Erkrankungen des Herz- und Gefässsystems, bei
Erkrankungen der Atemwege und bei rheumatischen
Beschwerden.
Parád
Das Zentrum des Landes der Paloczen zählt zu den ältesten
Kurorten Ungarns. Typisch sind die vielfältigen
Muster der bunten Trachten, die Hauben der Frauen und
die handgewebten Stoffe.
Parádfürdő
Das Heilwasser von Parádfürdő
wirkt hauptsächlich bei gynäkologischen Erkrankungen.
Einmalige Sehenswürdigkeiten sind der ehemalige "Cifra"-Stall
(Kossuth Lajos u. 217.) und das Kutschenmuseum
(Kocsimúzeum, Hársfa u. 6).
Parádsasvár
Heilwasser von Parádsasvár und
Parader Glas sind typisch für den Ort. Das ehemalige Schloss
des Grafen Károlyi ist heute ein
5-Sterne-Hotel.
Sárospatak
Diese Kleinstadt gehörte früher Ferenc Rákóczi II.
Er hat gegen die Habsburger für die Freiheit der Ungarn
gekämpft. Die ältesten Teile der geschmückten Burg
Rákóczi (Szent Erzsébet u. 19.) sind der "Rote
Turm", die "Lorántffy
Loggia" aus der Spätrenaissance und der
Palast des Landesherrn mit der Sammlung des Rákóczi-Museums.
Das Wasser des Heil- und Strandbades in
Végardó wird zur Heilung von Gelenkerkrankungen
empfohlen.
Sirok
Die 700 Jahre alte Burg von Sirok ist
heute eine Ruine. An der Hauptstrasse des Dorfes liegen
die aus dem Rhyolithtuff "herausgehauenen" Höhlenbehausungen.
Szerencs
"ist das Tor der Hegyalja." Das Renaissance-Burgschloss
wurde im 16. Jahrhundert erbaut, es gehörte einmal der
Familie Rákóczi.
Tokaj
Das Tokajer Bergland ist eine historische
Weinregion. Seit 450 Jahren wird hier der
weltberühmte "König der Weine - Wein der Könige"
- Tokajer Aszú - angebaut. Der nach
dem Fürsten Rákóczi benannte Weinkeller (Kossuth tér
15.) ist eine stimmungsvolle Gaststätte. Die 24 Gänge
des 1,5 Kilometer langen Kellers bieten ausreichend
Platz zur Lagerung von 20.000 Hektolitern Wein.
Zempléner Gebirge
Die höchste Stelle des 2 bis 3 Millionen Jahre alten
vulkanischen Gebirgszuges ist der Grosse Milic
(894 m). Von dem 25.000 Hektar grossen Gebiet des Zempléner
Landschaftsschutzgebietes stehen 2.400 Hektar unter
besonderem Schutz. Zu den geschützten Tieren zählen
Steinadler, grosse Bussarde, Luchse und Wölfe.
Orchideenarten und gewaltige Findlinge aus den
eiszeitlichen Steinmeeren sind ebenfalls sehenswert (in
Boldogkőváralja).
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